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Tiefflug durch die Hölle von Scapa Flow

„Tiefflug durch die Hölle von Scapa Flow“, so spricht Herr Planck heute über seine Einsätze gegen den britischen Flottenstützpunkt. Scapa Flow, das ist eine von Inseln umrahmte Bucht im Süden der Orkney Inseln. Bekanntgeworden ist der Hafen durch die Selbstversenkung der deutschen Flotte am Ende des Ersten Weltkrieges und zu Beginn des Zweiten Weltkrieges durch die spektakuläre Torpedierung eines britischen Schlachtschiffes durch ein deutsches U-Boot unter dem Kommando von Günther Prien. Während beiden Weltkriegen war Scapa Flow der Flottenstützpunkt der „Home Fleet“, wie man die Flotte der Royal Navy, die zum Schutz der Gewässer um Großbritannien in Scapa Flow stationiert war, nannte.

Die Aufklärung der Belegung des Kriegshafens war von entscheidender Bedeutung für die deutsche Führung. Das Fotografieren der britischen Flotte glich für die deutschen Fernaufklärer einem Himmelfahrtskommando. Von Stavanger in Norwegen aus flog die 1. Staffel der Aufklärungsgruppe 120 regelmäßig über Scapa Flow, bei den Besatzungen nicht unbedingt ein beliebtes Einsatzziel. Immer wieder verschwanden ganze Flugzeugbesatzungen spurlos, abgeschossen durch die Flak-Sicherung oder die wendigen britischen Spitfires. Der Flugauftrag Scapa Flow bedeutet für die Fernaufklärer sich allein, also mit vier Mann Besatzung, gegen die gesamte britische Home Fleet zu stellen, sich also in die Höhle des Löwen zu begeben.

An Ritterkreuzträger Fritz Heidenreich kann sich der heute 103-jährige Ulrich Planck noch gut entsinnen. Ein lebenslustiger tapferer junger Mann, mit dem er am 30. Mai 1944 gemeinsam zu einem Einsatz startete. Während Planck den Auftrag hatte die Shetland Inseln zu fotografieren, drehte Heidenreich in Richtung Scapa Flow ab. Es sollte ein Abschied für immer werden. Als kleiner schwarzer Punkt entglitt seine Ju 88 am Horizont aus Plancks Sichtfeld und verschwand für immer.

Am 20.6.44 und 23.9.44 steuerte Planck selbst das gefürchtete Scapa Flow an. An den malerischen Felsen bei Hoy ging es im Tiefflug auf die britische Flotte zu. Noch gut kann sich Planck an eine vor dem Leuchtturm stehende junge Frau erinnern, wohl die Tochter des Leuchtturmwärters. Sie winkten ihr zu, und sie grüßte zurück, wohl nicht begreifend, dass hier gerade ein deutscher Bomber an ihr vorbeibrauste. Gleich darauf tauchten schon die Ballonsperren vor der Kanzel auf. Das waren Sperrballons, durch ein Stahlseil mit dem Boden verbunden, um angreifenden Flugzeugen den Tiefflug zu erschweren. Mit waghalsigen Manövern kurvte Planck durch das Seilgewirr. Neben ihm der Beobachter der zu zählen begann: „Zwischen den Inseln Cava, Fara und Flotta ein Flugzeugträger vermutlich „Furious“ oder „Ranger“, 1 Hilfsflugzeugträger, 1 Schlachtschiff, Typ nicht zu erkennen, 3 große Einheiten, davon wahrscheinlich ein weiteres Schlachtschiff, 2 schwere Kreuzer….“ (Auszug aus der originalen Fliegermeldung) Doch da meldete der Bordschütze schon eine Rotte Spitfire. Höchste Zeit das Weite zu suchen. Ehe die Briten Plancks Ju 188 gezielt angreifen konnte, verschwand sie schon wieder in der Dämmerung über der Nordsee.

Für seine Flüge gegen Scapa Flow erhielt Planck ein persönliches Anerkennungsschreiben eines Generals. Dieses Papier und die Erinnerung an die Anspannung im Cockpit in diesen Momenten der absoluten Todesgefahr ist ihm bis heute geblieben. Von seinem fliegerischen Geschick hing es ab, die vierköpfige Besatzung wieder nach Hause zu bringen. Mit gerade einmal 22 Jahren eine gewaltige Verantwortung.

Das Anerkennungsschreiben des Generals für die Besatzung Olt. Planck.

Diese und viele weitere Erinnerungen haben wir in den vergangenen Monaten niedergeschrieben, um sie für kommende Generationen festzuhalten. Herr Planck ist mit ziemlicher Sicherheit der letzte Fernaufklärer und der letzte Jet-Pilot des Dritten Reiches. Er ist somit der letzte, der davon berichten kann, was sich damals wirklich in einer Flugzeugkanzel abspielte, als es darum ging der Flak und den Jägern ein Schnippchen zu schlagen.

Prof. Planck und sein Buch, 2025

Wer sich für seine Geschichte interessiert, findet sein Buch hier, für interessierte Leser hat er einige Autogrammkarten unterschrieben:

Vom Fernaufklärer über Eismeer und Nordsee zum Jet-Piloten

25,00 39,99  (inkl. 7 % MwSt)

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