An diesem Geschütz hat der damals 20-jährige Günther Polzin vor über 80 Jahren als Hülsenzieher Dienst getan und mehrere Seegefechte miterlebt. Das Geschütz ruht heute in über 2500 Meter Tiefe im Indischen Ozean vor Australien und ist stummes Zeugnis des erfolgreichsten deutschen Hilfskreuzers der Kriegsmarine.

Ganz und gar nicht stumm war der kürzlich kurz vor seinem 106. Geburtstag verstorbene Polzin. An die Dienstzeit auf der „Kormoran“ hat er sich lebhaft erinnert. An den Packeisrändern Grönlands entlang war man im Dezember 1940 durch die englische Seeblockade in den Atlantik vorgestoßen. Polzin wurde bald von üblen Zahnschmerzen geplagt und gerade während seiner Behandlung im Bordlarzarett schrillten die Alarmglocken. Mit geschwollener Backe stand er an der 15 cm Kanone, beobachtete die Erstürmung der griechischen „Antonis“, das erste Schiff, welches dem Hilfskreuzer „Kormoran“ zum Opfer fiel.
Polzin erlebte als Matrose fast fünf Jahre Krieg auf verschiedensten Schiffen der Kriegsmarine mit. Vor Toulon überlebte er einen Torpedotreffer und in Italien setzte man ihn zur Partisanenbekämpfung ein.

Seine Geschichte haben wir in gemeinsamer Arbeit als Buch veröffentlicht. Es sind die fesselnden Erlebnisse eines jungen Mannes, der sich in seiner Jugendzeit einer oppositionellen christlichen Jugendgruppe anschloss und im Krieg zu den Männern gehörten, die Seefahrtsgeschichte geschrieben haben.
