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Auf den Spuren der letzten „Biber“

Sofern ich die Möglichkeit dazu habe, versuche ich, die Orte aufzusuchen, an denen die Veteranen, über die ich schreibe, eingesetzt waren, um mir selbst ein Bild zu machen und die Eindrücke bestmöglich an die Leser weiterzugeben. Leutnant zur See Kühne, inzwischen 101, wurde als Fahrer eines Kleinst-U-Bootes „Biber“ ausgebildet und wurde dann als Teil des „Kommando der Kleinkampfverbände“ in den Polarkreis nach Nordnorwegen beordert.

Nicht mehr losgelassen hat mich seine Erzählung, dass während der Ausbildung mehrere seiner Kameraden in der Lübecker Bucht tödlich verunglückt sind. Ob ihre „Biber“ als nasse Särge wohl immer noch auf dem Meeresgrund ruhen? Mit gerade einmal 9 Metern Länge könnte so ein „Biber“ doch durchaus im Schlick verborgen geblieben sein?

Dank einer Gruppe leidenschaftlicher Wracktaucher ließ sich der Sache nun sprichwörtlich auf den Grund gehen. Bei klirrender Kälte ging es zwischen Weihnachten und Silvester mit zwei Booten und Sonargeräten in den von Lt. Kühne beschriebenen Bereich. Es gehört schon viel Fantasie dazu, das Diagramm eines solchen Sonargeräts richtig zu interpretieren, der Experte kann aber sogar eine stehende Bierflasche auf dem Grund erkennen. Schleife um Schleife haben wir das Gebiet abgefahren und auch tatsächlich einige verdächtige Objekte ausmachen können. Die vier Taucher, welche diese Punkte anschließend untersucht haben, fanden statt einem „Biber“ jedoch einen Baumstamm, einen Generator und allerlei Schrott. Aber auch die Tatsache, dass wir nichts gefunden haben, ist gewissermaßen ein Ergebnis, denn sie belegt, dass Lt. Kühne seine Kameraden nicht mehr auf dem Meeresgrund wissen muss. Vielleicht sind die Wracks bei einer Fahrrinnenverbreitung bereits vor Jahrzehnten gehoben worden. Bei allen Mitstreitern bedanke ich mich für den Einsatz und die Möglichkeit eine solch spannende Suche einmal mitzuerleben.

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