Warenkorb

Warenkorb

„Absender zurück – Feindeinwirkung“

Diesen von einem Granatsplitter zerfetzten Feldpostbrief bewahrte der Fallschirmjäger Richard Kloes jahrzehntelang als eindrucksvolles zeitgeschichtliches Relikt auf. Er wollte ihn im Juni 1944 von der Invasionsfront in der Normandie an seine Eltern senden. Der Postsack wurde unterwegs von einem Granatsplitter durchschlagen, und der Brief kam wegen „Feindeinwirkung“ zurück.

Oberjäger Kloes sandte den Brief erneut in die Heimat. Später wurde er für ihn zugleich Erinnerung und Mahnung an seinen Kriegsdienst. Bis ins hohe Alter von 100 Jahren erzählte Herr Kloes oft und gerne von seiner Jugend an der Ost-, Süd- und Westfront. Er war stolz darauf, bei den Fallschirmjägern gedient zu haben.

In den letzten Jahren seines Lebens haben wir gemeinsam seinen militärischen Werdegang auf über 300 Seiten niedergeschrieben. Dnjepropetrowsk, Charkow, Rom, Nettuno, Paris – der Krieg führte ihn quer durch Europa. Mit siebzehn Jahren meldete sich Richard Kloes freiwillig zur Luftwaffe. Zunächst diente er in einer Nachschubabteilung an der Ostfront und nahm mit dem Regiment „Deutschland“ an den Kämpfen um Charkow teil. Schließlich wurde seine Versetzung zu den Fallschirmjägern, bei denen bereits sein älterer Bruder diente, bewilligt.

Nach der Ausbildung wurde er in die 4. Kompanie des Fallschirmjägerregiments 7 eingegliedert. Sein Zug war unter anderem mit dem FG 42 sowie mit von Kettenkrädern gezogenen LG-2-Raketengeschützen ausgestattet. 1943 wurde das Regiment in Italien eingesetzt, und Kloes’ Bataillon befreite in einer spektakulären Luftlandung den gefangenen Duce auf dem Gran Sasso. Es folgten Einsätze zum Küstenschutz in Terracina sowie im Landekopf Anzio-Nettuno. 1944 wurde seine Einheit nach Frankreich an die Invasionsfront verlegt und kämpfte in den Straßen von Paris gegen die Résistance.

Nach seiner Gefangennahme bei Maubeuge im September 1944 erlebte Kloes eine unmenschliche Zeit hinter Stacheldraht, aus der er sich erst nach über einem Jahr durch eine abenteuerliche Flucht befreien konnte.

Adrian Matthes und Richard Kloes 2021.

Während des Krieges und in der Gefangenschaft notierte er im Verborgenen seine Erlebnisse in Notizkalendern und Tagebüchern und begann bereits kurz nach seiner Heimkehr mit deren Niederschrift. Erst im Alter von 99 Jahren entschied er sich, seine Erinnerungen an die junge Generation weiterzugeben – als Augenzeugenbericht, Mahnung und zum Gedenken an Freunde und Kameraden, die ihre Heimat nie wiedersahen.

Das Buch findet ihr bei Interesse hier:

Von Charkow bis Anzio Nettuno

22,99  (inkl. 7 % MwSt)
de_DEGerman